Glücksspiel-GeräteQuelle: pexels / Darya Sannikova
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Sophie Schmid (Projektleiterin Präventionsprojekt Glücksspiel), 28 Jahre

Glücksspiele bei Jugendlichen

Glücksspiele sind im juristischen Sinne klar definiert. So muss für die Spielteilnahme bzw. die Chance auf einen Geldgewinn ein Einsatz verlangt werden. Der Einsatz erfolgt dabei in Form von Echtgeld. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist, dass der Ausgang des Spiels ganz oder zumindest überwiegend vom Zufall abhängig ist. Das trifft auch auf Sportwetten oder Poker zu. Zwar haben diese Glücksspiele einen geringen sogenannten „Kompetenzanteil“, die Karten werden aber zufällig verteilt und beim Wetten auf den Ausgang eines Sportereignisses gibt es natürlich auch eine ziemlich große Zufallskomponente (z.B.: Der beste Spieler auf dem Platz verletzt sich und kann nicht weiterspielen).

Wer gewinnt wirklich mit Glücksspielen?

Trotzdem machen insbesondere die Anbieter:innen von Sportwetten damit Werbung, dass man durch Zocken (Wetten)  das eigene  Wissen zu Geld machen kann – ein Trugschluss. Glücksspiele eignen sich grundsätzlich nicht dazu, reich zu werden. Auf lange Sicht gewinnen immer die Anbieter:innen, während die Spieler:innen verlieren. Leider ist es kein Geheimnis, dass die Teilnahme an Glücksspielen insbesondere für junge Menschen verlockend scheint. Die Gründe zum Zocken (Glücksspielteilnahme) sind oft  vielseitig. Sie reichen von Neugier, Nervenkitzel und Spaß bis hin zur Verdrängung negativer Gefühle. In der Abbildung findest du ein paar Beispiele. Darüber hinaus gibt es natürlich noch viele weitere Gründe.

Was sind die Motive?

Wichtig ist, dass man sich der eigenen Motive stets bewusst sein sollte indem man sich fragt, warum man gerade jetzt und warum genau dieses Glücksspiel zocken möchte. Wenn negative Gefühle oder die Hoffnung auf das große Geld Teil der Antwort sind, solltest du lieber die Finger vom Glücksspiel lassen.

 

 

Gründe für das ZockenGründe und Motive für das Zocken: 1. Erfahrungen 2. Vorbilder 3. Neue Trends 4. Sportbegeisterung 5. Kleines Geld 6. Nervenkitzel und Spaß 7. Abschalten

Dauerkontakt mit Glücksspielen

Die Medien sind voll mit Glücksspielwerbung. Überall im Fernsehen, bei Streaming-Diensten wird man mit Angeboten und Bonuszahlungen gelockt. Die Verführung ist groß und auch in scheinbar harmlosen Computer- und App-Spielen, die gar nichts mit Glücksspiel zu tun haben, finden sich Elemente oder Simulationen aus dem Glücksspielbereich. Selbst bei der Live-Übertragung des nächsten Bundesliga-Spiels lauert der nächste Wettanbieter schon auf der Bande. Es ist nahezu unmöglich, keinen Kontakt mit Glücksspielen zu haben. Sei es durch die massive Werbung der Anbieter:innen oder den eher beiläufigen Kontakt in scheinbar harmlosen Handy-, Computer-, oder Videospielen. Das Problem: Durch den ständigen Kontakt mit Glücksspielen werden diese zur Normalität. Sie scheinen irgendwie etwas Alltägliches zu sein, suggerieren Spaß, die Aussicht auf schnelles Geld, den perfekten Zeitvertreib und die Chance, das eigene Wissen zu Geld zu machen.

Simuliertes Glücksspiel

Simulierte Glücksspiele ähneln vom Aufbau her dem richtigen Glücksspiel. Allerdings ist in der Regel mindestens ein Kriterium für Glücksspiel (Geldeinsatz, Geldgewinn, Zufall) nicht erfüllt. Zum Beispiel verbleibt der Gewinn in Form von Punkten oder Gegenständen im Spiel, Algorithmen steuern das Ergebnis oder der Geldeinsatz ist optional, um sich einen Vorteil im Spiel zu erkaufen. Bestimmt bist auch du schon einmal über ein Glücksrad, einen Automaten oder eine Beutekiste, der sogenannten Lootbox, gestolpert. Da diese Elemente rechtlich nicht zum Glücksspiel zählen, dürfen sie bereits von Personen unter 18 Jahren gespielt werden – allerdings nicht ohne Risiken. So werden durch simulierte Glücksspiele, beispielsweise beim Pokerspielen um Punkte, häufig unrealistische Gewinnerwartungen gefördert. Die Hemmschwelle, an echtem Glücksspiel teilzunehmen, sinkt.

 

7,6 % der 16-17 Jährigen hat in den letzten 12 Monaten teilgenommen

Bereits 7,6 % der 16- und 17-Jährigen haben laut neuesten Untersuchungen in den letzten 12 Monaten an einem Glücksspiel teilgenommen. Und das, obwohl die Teilnahme an Glücksspielen in Deutschland erst ab 18 Jahren erlaubt ist. Bei den 18- bis 20-Jährigen sind es bereits 16,2 % und bei den 21- bis 25-Jährigen fast jede*r Vierte (24,3 %).[1]

Am beliebtesten sind bei den Jugendlichen (16- bis 25-Jährigen) Rubbellose und Lotto (6 aus 49). Doch auch Geldspielautomaten in Gaststätten und Spielhallen, Sportwetten, Automatenspiele im Internet, Poker und Black Jack werden im Vergleich zu anderen Glücksspielen häufiger gespielt. Dabei nehmen deutlich mehr Männer als Frauen an Glücksspielen teil. [1]

Ab wann ist es problematisch?

Die Teilnahme an Glücksspielen ist an sich zunächst nichts Schlimmes. Verschiedene Faktoren können jedoch dazu führen, dass sich ein problematisches Spielverhalten entwickelt, bei dem beispielsweise die Kontrolle über das Ausmaß und den Umfang des Spielens verloren geht, Schulden entstehen oder es kommt zu Auswirkungen auf das familiäre, berufliche oder schulische Umfeld. Dieser Prozess findet meist schleichend statt. Oftmals wird zunächst nur der Umfang des Spielens gesteigert. Aus 5€ Einsatz werden 10€, aus einmal im Monat wird einmal in der Woche, usw. Häufig versucht man dann, das Ausmaß zu vertuschen, belügt Freunde und Familie oder spielt nur noch heimlich. Das sind bereits die ersten Anzeichen, dass das Spielverhalten nicht mehr unproblematisch ist. Es kann aber auch sein, dass man andere Hobbies vernachlässigt, Treffen mit Freund*innen verschiebt oder Termine versäumt, weil das Glücksspielen immer weiter in den Vordergrund rückt. Wenn man sich Geld leiht, um weiterzuspielen, macht man bereits erste Schulden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Geld direkt zum Spielen verwendet wird oder für Dinge, die man aufgrund der Zockerei ansonsten nicht mehr bezahlen könnte. Trotz der negativen Auswirkungen ist es schwer, einfach mit dem Spielen aufzuhören. Die Kontrolle über das eigene Spielverhalten geht verloren.

 

Quelle: Buth / Meyer / Kalke 2022

Glücksspielstörung und Jugendliche/ junge Erwachsene:

In der Abbildung kannst du sehen, dass das leider gar nicht so wenige junge Menschen betrifft. So weisen etwa 4,3 % der 21- bis 25-Jährigen eine Glücksspielstörung auf [1]. Das bedeutet, dass es unter 23 Personen dieser Altersgruppe eine gibt, die einen problematischen bzw. süchtigen Umgang mit Glücksspielen hat.

Grundsätzlich gelten Jugendliche und junge Erwachsene als besonders gefährdet, zumindest zeitweise glücksspielbezogene Belastungen zu entwickeln [2]. Das bedeutet aber nicht, dass alle junge Menschen von Glücksspielen süchtig werden. Wenn du ab und zu an einem Glücksspiel teilnehmen willst, gibt es ein paar Tipps, an die du dich für einen möglichst risikoarmen Umgang mit Glücksspielen halten kannst. Welche genau das sind, erfährst du demnächst in einem anderen Artikel.

Wenn du dir unsicher bist, ob dein Spielverhalten unproblematisch ist, kannst du unseren Selbsttest ausfüllen. Dabei erfährst du mehr über deine Spielweise und worauf du achten kannst, damit das Glücksspiel nicht zu Problemen führt. Probiere es gerne mal aus.

 

 

  1. Buth, S.; Meyer, G.; Kalke, J. (2022). Glücksspielteilnahme und glücksspielbezogene Probleme in der Bevölkerung – Ergebnisse des Glücksspiel-Survey 2021. Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD), Hamburg
  2. Hayer, T., Rumpf, H.-J. & Meyer, G.(2014). Glücksspielsucht. In K. Mann (Hrsg.). Verhaltenssüchte: Grundlagen, Diagnostik, Therapie, Prävention (S. 11 – 31). Berlin, Springer.
Abbildung von SammelkartenQuelle: pexels/ Caleb Oquendo
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Rebekka, 24 Jahre

Zwischen Nostalgie und Investition – Pokémon Sammelkarten

Pokémon ist allen Kindern der 90er und frühen 2000er ein Begriff. Spätestens durch Pokémon Go dann auch der nächsten Generation. Doch die Bedeutung der beliebten Sammelkarten hat sich mittlerweile stark verändert- sie werden mitunter sogar als Geldanlage genutzt. Wie sich der Pokémon Trend entwickelt hat und was es mit den Sammelkarten als Währung auf sich hat, erfahrt ihr hier.

Für viele ist die Pokémon-Ära mit einem starken Nostalgiegefühl verbunden. Tauschen von Sammelkarten auf dem Schulhof, die Anime-Serie und die Spiele erinnern an die Kindheit und frühe Jugend. Doch besonders die Sammelkarten sind auch heute den meisten ein Begriff. Obwohl diese Karten natürlich auch Teil eines Spiels sind (einer Mischung aus Skat und Schach), werden und wurden sie selten zum Spielen genutzt. Vielmehr liegt ihr eigentlicher Zweck im Tauschen, wobei der Wert jeder Karte einzeln bestimmt wird. Der Trend geht hierbei immer weiter weg vom eigentlichen Sammeln und hin zum Investment-Tipp.

Person hält ein Pokémon Ball in die KameraQuelle: pexels/ Vincent M.A.

Investieren in Pokémon-Karten?

Der größte Unterschied zwischen früher und heute ist der Wert der Pokémon-Karten. Heute sind bestimmte Karten, die es nur selten gibt, teilweise sehr viel Geld wert. Das hat dazu geführt, dass einige Personen ein richtiges Geschäft aus dem Sammeln von Pokémon-Karten gemacht haben. Der Hype um die Karten geht also mittlerweile eher in Richtung Investitionschance und Geld.

Wert bestimmen

Wie wird der Wert einer Pokémon-Karte überhaupt definiert? Auf jeder Karte kann man anhand verschiedener Symbole ablesen wie „rare“, also selten sie vorkommt. Früher wurden die Karten mit in die Schule genommen und auf dem Schulhof getauscht. Heute werden Pokémon-Karten sehr viel vorsichtiger behandelt, ihr Wert wird nämlich nicht nur durch ihre Seltenheit, sondern auch durch ihren Zustand bestimmt. Dafür gibt es ein sogenanntes „Grading“, bei dem die Karte einen Wert erhält, wobei der Zustand natürlich miteinbezogen wird. In perfektem Zustand hat eine Karte dann einen Wert von PSA 10. PSA (Professional Sports Authenticator) ist der bekannteste Grading-Service, bei dem man den Wert einer Karte bestimmen lassen kann. So kann es möglich sein, dass zum Beispiel eine deutsche Glurak-Karte der allerersten Generation, die in perfektem Zustand ist, für ca. 40.000 Euro verkauft werden kann. Natürlich verkaufen viele Sammler*innen solche Karten nicht, denn der Wert dieser Karten steigt stetig an.

Reich werden mit Pokémon-Karten?

Überlegt ihr euch jetzt, eure alte Sammlung aus dem Keller zu holen und damit dann richtig Geld zu machen? Dabei kann man leicht enttäuscht werden. Pokémon wurde früher als Spiel gesehen und die wenigsten Kinder haben die Karten mit großer Sorgfalt behandelt- und wie wir grade erfahren haben, sollte die Karte im bestmöglichen Zustand sein. Es ist also eher unwahrscheinlich, dass man in einer alten Sammlung auf besonders große Schätze stößt. Dennoch soll es beim Pokémon immer noch um den Spaß gehen. Wenn man ein Display (eine Packung) von Pokémon-Karten öffnet, ist vielen bewusst, dass man im Durchschnitt Geld verliert, weil man mehr Geld für das Display ausgegeben hat, als die enthaltenen Karten wert sind. Dennoch geht es vielen dabei um den Spaß oder auch das Nostalgiegefühl und nicht darum, Geld zu gewinnen.

Glücksspiel?

Aus diesem Grund wird Pokémon übrigens auch eher nicht als Glücksspiel bezeichnet. Beim Glücksspiel droht ein kompletter Verlust. Das Ziehen von besonders wertvollen Karten ist zwar auch dem Zufall überlassen, aber es droht kein kompletter Geldverlust. Allerdings sollte man die Entwicklung in den sozialen Medien auch kritisch betrachten: Youtuber*innen und Streamer*innen öffnen Pokémon Boxen und geben dafür hohe Summen aus, die den Zuschauenden wahrscheinlich nicht zur Verfügung stehen. Es wäre also möglich, sehr viel Geld zu investieren, wobei trotzdem nicht garantiert ist, dieses zurückzugewinnen.

Bild von Pikachu ein Pokémon TierQuelle: pexels/ Carolina Castilla Arias

Pokémon Go

Apropos Spaß: eine neue Abwandlung aus dem Pokémon-Universum war Pokémon Go, das für Jüngere Spaß und Ehrgeiz brachte und für Ältere für ein Nostalgiegefühl sorgte. Der Unterschied ist hier, dass das gemeinsame Erleben wieder in die Realität zurückverlegt wird. Das könnten unter anderem ein Gründe dafür sein, warum dieses Spiel so beliebt war.

Wusstest du schon…

…dass Personen, die früher viel Pokémon gespielt haben, eine bestimmte Region dafür im Gehirn haben? Diese wird aktiv, sobald man Bilder von Pokémon Charaktere anschaut.
Hier die amerikanische Studie, falls du mehr darüber lesen möchtest: Pokémon & Gehirnregionen

Leuchtende Schatzkiste im DunkelnQuelle: pexels, David Bartus
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Bild von der Autorin DoriaQuelle: Doria Nollez

Doria, 23 Jahre

Loot Boxes - Schatzsuche oder Skandal?

Die Gamer*innen Community scheint zu diesem Thema gespalten zu sein. Manche feiern die seltenen Items, die man gewinnen kann. Andere sind der Meinung, dass Lootkisten überbewertet sind. Wir haben uns das Ganze genauer angeschaut und festgestellt: Loot Boxes und Glücksspiele haben ziemlich viel Ähnlichkeit. Warum? Seht selbst!

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https://www.nature.com/articles/s41562-018-0360-1#author-information

https://www.eurogamer.net/articles/2021-04-03-link-between-loot-boxes-and-problem-gambling-robustly-verified

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7902198/

Lootboxen: Verstecktes Glücksspiel in Videogames? (evz.de)

Adolescents and loot boxes: links with problem gambling and motivations for purchase | Royal Society Open Science (royalsocietypublishing.org)

Ein Mann hält Smartphone und Kreditkarte in seinen Händen
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Redaktion

Spielersperre: So ziehst du die Notbremse

Wenn das Zocken außer Kontrolle gerät, kannst du dich und andere mit einer Spielersperre schützen. Den Zeitraum kannst du selbst bestimmen. Wie das Ganze funktioniert und wer dir dabei hilft.

Du hast schon wieder mehr verzockt, als du eigentlich wolltest? Dir geht’s nicht gut, weil dich dein Spielverhalten nervt und du es nicht mehr wirklich unter Kontrolle hast? Du ärgerst dich, weil dein ganzes Freizeitgeld ins Glücksspiel geflossen ist? Du brauchst einfach mal eine Pause vom Zocken? Doch wie soll es gehen, wenn die Werbung einen überall und ständig in Versuchung führt?

Wenn du die Reißleine ziehen willst, gibt es eine Möglichkeit, die dir Zeit zum Runterkommen und Abstand nehmen verschafft. Mit der zentralen Spielersperre kannst du dich nämlich für einen bestimmten Zeitraum für die meisten in Deutschland zugelassenen Glücksspiele sperren lassen – und zwar egal, bei welchem Anbieter und für welche Spielform. Da die Teilnahme an öffentlichen Glücksspielen in Deutschland erst ab 18 Jahren erlaubt ist, ist dementsprechend auch nur für Erwachsene eine Spielersperre möglich.

Falls du mal testen möchtest, was du über Glücksspiele weißt und wie dein eigenes Spielerverhalten ist, klick dich doch mal hier durch.

Wie funktioniert eine Spielersperre?

Doch was heißt das jetzt genau? Solange du gesperrt bist, kannst du beispielswiese nicht mehr an Sportwetten oder Slots teilnehmen (online und offline). Du bist quasi für fast alle legalen Glücksspielangebote in Deutschland gesperrt. Das liegt daran, dass sich mit Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags am 1. Juli 2021 nahezu alle in Deutschland zugelassenen Anbieter von Glücksspielen an die bundesweite Sperrdatei OASIS anschließen müssen. OASIS steht für Onlineabfrage Spielerstatus. Jedes Mal, bevor du an einem Glücksspiel teilnimmst, müssen die Anbieter*innen überprüfen, ob eine Sperre für dich in dem System hinterlegt ist. Wenn das der Fall ist, muss dir die Spielteilnahme ohne Ausnahme verwehrt werden.

Hier findest du eine Liste, welche Anbieter*innen an das Sperrsystem OASIS angeschlossen sein müssen:

  • Betreiber*innen von Spielhallen (mit Geld- und Warenspielgeräten) und Spielbanken;
  • Veranstalter*innen (und Vermittler*innen) von (Online-)Sportwetten, Online-Casinospielen, Online-Poker, virtuellen Automatenspielen;
  • Anbieter*innen von Lotterien, die häufiger als zweimal pro Woche veranstaltet werden;
  • Anbieter*innen von Pferdewetten im Internet;
  • gewerbliche Spielvermittler*innen und Buchmacher;
  • Aufsteller*innen von Geld- oder Warenspielgeräten in Gaststätten.

Wie lange dauert eine Spielersperre?

Wenn du dich selbst sperren willst, hast du die Wahl und kannst entscheiden, ob du eine unbefristete oder eine befristete Sperre beantragen möchtest. Lass dich von den Begriffen jedoch nicht täuschen. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Sperren ist die Mindestsperrdauer. Die sogenannte „unbefristete“ Sperre dauert mindestens ein Jahr. Während dieser Zeit besteht für dich keine Möglichkeit, am Glücksspiel teilzunehmen oder deine Sperre aufzuheben. Bei der „befristeten“ Sperre kannst die die Mindestsperrdauer selbst festlegen. Du kannst einen Zeitraum zwischen drei Monaten und lebenslang wählen.

Du brauchst dir allerdings keine Sorgen zu machen, dass deine Sperre mit Ablauf der Mindestsperrdauer automatisch endet. Sie ist so lange weiterhin aktiv, bis du einen Antrag auf Entsperrung stellst. Damit musst du jedoch warten, bis deine Mindestsperrdauer erreicht ist. Vorher wird keine Entsperrung durchgeführt. Das gilt sowohl für die befristete als auch unbefristete Sperre. Erst nach Ablauf der Mindestsperrdauer und nachdem der Antrag durch ist, kannst du wieder am Glücksspiel teilnehmen.

Ist das kompliziert?

Das klingt erstmal alles ganz schön kompliziert. Letztendlich ist es aber recht einfach. Du musst lediglich einen Antrag zur Spielersperre ausfüllen und sendest diesen dann gemeinsam mit allen notwendigen Unterlagen an das Regierungspräsidium Darmstadt. Diese Behörde ist deutschlandweit für die Spielersperren zuständig. Zusätzlich unterstützen dich telefonisch, online oder vor Ort in einer Beratungsstelle auch Fachkräfte bei deinem Antrag. Wen genau du um Unterstützung bitten kannst, findest du in der Angebotsdatenbank.

Alle Informationen sowie die entsprechenden Sperranträge findest du auf der Seite des Regierungspräsidiums Darmstadt und in diesem Infoflyer.

Du hast auch die Möglichkeit, für eine*n Freund*in oder jemanden aus deiner Familie eine Spielersperre zu beantragen, wenn du dir Sorgen wegen des Glücksspiels machst. Dafür gibt es die Fremdsperre. Hier sind allerdings ein paar Dinge mehr zu beachten. Unter anderem muss die Glücksspielsuchtgefährdung der Person nachgewiesen werden, die gesperrt werden soll. Diese hat nach Einreichung der Sperre dann die Möglichkeit, noch einmal dazu Stellung zu nehmen. Alle wichtigen Informationen zu der Fremdsperre findest du hier.

Zum Abschluss noch ein kleiner Hinweis, wenn du gerade in einem Glücksspielrausch bist und es dir zu heiß wird: Wenn du in einem legalen Online-Casino zockst oder andere legale Online-Glücksspiele nutzt (z.B. Sportwetten, Poker), muss es auf jeder Seite, auf der du aktiv am Glücksspiel teilnimmst, eine Art „Notfallknopf“ geben. Wenn du diesen Button betätigst, bist du sofort für 24h für alle Glücksspiele gesperrt. Die Sperre endet automatisch nach 24h. Danach kannst du wieder weiterspielen.

 

Austauschen?

Du möchtest dich zu dem Thema mit jemandem austauschen? Du denkst darüber nach, für dich oder eine andere Person eine Spielersperre einzurichten? Hier findest du Anlaufstellen in deine Umgebung – oder online.

 

Quelle: Intern
Mann zündet ein Geldschein mit Bitcoin Logo anQuelle: Pexels/Rodnae Productions
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Bild von der Autorin DoriaQuelle: Doria Nollez

Doria, 23 Jahre

Nervenkitzel durch Kryptowährung

Bei klassischen Glücksspielen wird oft davor gewarnt, nicht gleich sein gesamtes Geld zu verzocken. Aber was ist, wenn man sein Geld verliert, indem man es investiert? Wir haben uns das Thema Kryptowährung mal genauer angeschaut.

Natürlich sind Geldanlagen nicht zwangsläufig ein Verlustgeschäft. Die Idee ist es ja, durch Investieren auf lange Sicht mehr aus seiner Kohle zu machen.

Es gibt allerdings auch Wege, die mit einem gewissen Risiko verbunden sind – und dazu gehören Kryptowährungen. In diesem Beitrag decken wir auf, warum die Welt von Bitcoin und Co. so verlockend ist, und wo genau das Problem bei der digitalen Währung liegt.

So funktioniert Bitcoin

Vor etwa zehn Jahren wurde die erste Kryptowährung (Bitcoin) erschaffen. Wer dahinter steckt , das weiß niemand, denn der Erfinder oder die Erfinderin arbeitet bis heute unter einem Pseudonym.

Damals, 2010, war ein Bitcoin nur acht Cent wert. Im Januar 2021 erreichte sein Wert 40.000 US-Dollar – das entspricht etwa 35.000 Euro . Im Sommer halbierte sich der Wert auf 20.000 und stieg später wieder im November auf 68.000 Dollar an – und auch dazwischen gab es einige Schwankungen im Wert.

Ein großer Grund für den Hype rund um Kryptowährungen: investiert man zum richtigen Zeitpunkt, kann man schnell reich werden, und das mit wenig Aufwand. Viele möchten diese Chance nicht verpassen. Für einige ist es auch einfach purer Nervenkitzel, die die steigenden und fallenden Kurse zu beobachten und sich darüber mit anderen auszutauschen.

Jedoch hat das Ganze seine Schattenseiten, denn investiert man eben zum falschen Zeitpunkt, kommt es schnell zu Verlusten.

Wahn um Währung

Kryptowährung ist digitales Geld. Um das Ganze besser zu verstehen, schauen wir uns mal das Wort Bitcoin, die erste Form von Kryptowährung, näher an.

Bit = digitale Speichereinheit, Coin=Münze.

Bitcoin heißt also digitale Münze, was es ziemlich auf dem Punkt trifft, denn es handelt sich um virtuelles Geld. Der große Unterschied zu herkömmlichem Geld ist die Macht. Normalerweise bestimmen Banken und Staat über Geld, wie viel davon im Umlauf ist. Aber bei Kryptowährung hat niemand die Kontrolle, denn sie funktioniert unabhängig.

Entscheidend ist bei Kryptowährung vor allem die Informationssicherheit. Es ist alles so verschlüsselt, dass die Transaktionen, also die Überweisungen, anonym ablaufen. Die Sicherheit wird durch sogenannte Blockchains gewährleistet. Blockchains sind recht komplex, aber kurz erklärt bilden sie das technische System hinter der Kryptowährung, indem die Daten in einer bestimmten Reihenfolgen verschlüsselt aneinander angeordnet werden und durch die tausende von Rechnern im Bitcoin-Netzwerk geprüft werden. Mittlerweile gibt es neben Bitcoin schon über 5.000 verschiedene Kryptowährungen.

Leicht dabei

Das Verlockende dabei: Es ist ziemlich einfach, sich an diesem digitalen Markt zu beteiligen. Zu Beginn der Kryptowährung-Zeiten war der Erwerb von digitalen Coins noch sehr kompliziert. Heutzutage ist es in manchen Ländern schon möglich, per Paypal oder Amazon zu investieren. Daneben gibt es eine ganze Reihe von Apps, die man auch in Deutschland nutzen kann, um Kryptowährung zu kaufen und die Kurse zu verfolgen. Es können so gut wie alle Interessierten investieren, so lange sie volljährig sind. und selbst Minderjährige können mit Erlaubnis der Eltern ein Konto eröffnen. Laut einer Untersuchung von bitcoin.com nehmen mittlerweile weltweit über 100 Millionen Menschen an der Kryptowährungwelt teil.

Schwankende Kurse und Suchtpotenzial

Es scheint vielversprechend zu sein. Jedoch gibt es einige Risiken, über die man Bescheid wissen sollte – und vor denen beispielsweise auch die EU-Kommission warnt.

Parallelen zwischen Glücksspiel und Kryptowährung wurden bereits 2018 durch einer Studie aus dem Center for Gambling Studies in New Jersey bestätigt. Es stellte sich heraus, dass der Handel mit Kryptowährung mit Risiken wie Spielsucht, Depressionen und Angstzuständen verbunden ist. In Schottland gibt es schon das erste Behandlungszentrum für Kryptowährungssucht. Die Klinik beschreibt die Sucht als vergleichbar mit einer modernen Epidemie. Anzeichen und weitere Informationen über die Sucht befinden sich auf ihrer Webseite.

Flüchtige Werte

Auch wenn es viele verschiedene Kryptowährungen gibt, teilen alle Kurse die gleiche Eigenschaft – ihr Verlauf ist unberechenbar! Es ist unmöglich zu wissen, wann der Wert steigen und fallen wird. Investiert man zum richtigen Zeitpunkt, kommt es zu einem Gewinn. Genauso schnell kann es aber auch nach hinten losgehen, wenn der Kurswert fällt und sich die Gewinne – und damit bares Geld – in Luft auflösen.

Viele junge Menschen nehmen hauptsächlich aus Interesse an dem Crypto-Hype teil. Auch hier gilt die Faustregel: Man sollte nur so viel investieren, wie man auch bereit ist, zu verlieren. Übersteigt man jedoch seine persönlichen Grenzen, kann das schnell zu Verlusten kommen.

Verzockt?

Du bist beim Investieren auf’s Ganze gegangen und jetzt weißt du nicht, wie du aus der Situation wieder rauskommst? Hier findest du erste Anlaufstellen. Tausch dich per Telefon vor Ort oder online aus.

Fehleinschätzungen

Fast zwei Drittel der Gen Z (das sind alle mit Geburtsdatum zwischen 1997 und 2012) gehen davon aus, dass sie mit Crypto reich werden könnten. Diese Haltung kann schnell dazu führen, Entscheidungen zu überstürzen und finanzielles Risiko einzugehen. Dies wurde in der Studie „The Pulse of the American Consumer“ aus dem Jahr 2021 herausgefunden. Bitcoin & Co sollten auf keinen Fall als sichere Geldanlage betrachtet werden.

Krypto-Spiele

Kritisch wird es außerdem, wenn man die Kontrolle über seine Ausgaben verliert. Dieses Risiko besteht zum Beispiel bei krypto-basierten Videospielen. Seit 2019 gibt es die Möglichkeit, über virtuelle Spiele Profit zu machen. Bei “Cryptokitties” werden Spielelemente erworben und gegen das virtuelle Geld verkauft. Durch das Spielen besteht die Gefahr, dass man vergisst, dass es sich dabei um echtes Geld handelt, ähnlich wie bei Glücksspielen.

Mädchen hält die Augen ihres Freundes mit ihrer Hand zuQuelle: Yan Krukov/Pexels
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Selbsttest Gaming

Was für ein Gaming-Typ bist du ?

Mit diesem Selbsttest kannst du herausfinden, was für ein Gaming-Typ du bist und ob dein Gaming-Verhalten im Vergleich zu anderen Menschen, die diesen Test gemacht haben, auffällig ist.

Bitte beantworte ALLE Fragen, damit wir dir ein möglichst passendes Feedback geben können. Solltest du bei manchen Fragen bezüglich deiner Antwort unsicher sein, gib bitte eine Antwort, die möglichst nahe an deine Sichtweise herankommt oder dir intuitiv am passendsten erscheint.

Bitte beachte, dass sich der Begriff „Gaming“ auf alle Typen oder Formen von Computerspielen bezieht (z.B. online oder offline), aber auch auf unterschiedliche Geräte (z.B. Konsole, PC, Smartphone), auf denen gespielt werden kann.

Allgemeine Fragen

Du hast angegeben, dass dein Geschlecht divers ist. Die Rückmeldung die du erhältst erfolgt in Abhängigkeit davon, welches Geschlecht du gewählt hast. Du kannst dich entscheiden, ob du die Vergleichsdaten von männlichen oder von weiblichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben möchtest. Ansonsten werden kumulierte Vergleichswerte von Männern und Frauen angezeigt..

Motivation
Bitte schätze für jede Aussage ein, inwiefern diese bei dir zutrifft. Am Ende erhältst du ein Feedback, was für ein Gaming-Typ du bist und wie du dich hierbei von anderen unterscheidest.

Bitte beachte, dass sich der Begriff „Gaming“ auf alle Typen oder Formen von Computerspielen bezieht (z.B. online oder offline), aber auch auf unterschiedliche Geräte (z.B. Konsole, PC, Smartphone), auf denen gespielt werden kann.
Motivation (2)
Bitte schätze für jede Aussage ein, inwiefern diese bei dir zutrifft. Am Ende erhältst du ein Feedback, was für ein Gaming-Typ du bist und wie du dich hierbei von anderen unterscheidest.

Bitte beachte, dass sich der Begriff „Gaming“ auf alle Typen oder Formen von Computerspielen bezieht (z.B. online oder offline), aber auch auf unterschiedliche Geräte (z.B. Konsole, PC, Smartphone), auf denen gespielt werden kann.
Motivation (3)
Bitte schätze für jede Aussage ein, inwiefern diese bei dir zutrifft. Am Ende erhältst du ein Feedback, was für ein Gaming-Typ du bist und wie du dich hierbei von anderen unterscheidest.

Bitte beachte, dass sich der Begriff „Gaming“ auf alle Typen oder Formen von Computerspielen bezieht (z.B. online oder offline), aber auch auf unterschiedliche Geräte (z.B. Konsole, PC, Smartphone), auf denen gespielt werden kann.
Gaming-Akivitäten

Nun kommen ein paar Fragen, anhand derer wir dir Rückmeldung zu deinem Spielverhalten geben können.

Kein Gamer*innen-Bashing!

Falls du schon bei dem Begriff „Spielverhalten“ und „Gaming-Aktivitäten“ Pickel bekommst, keine Sorge: Hier geht es nicht darum, irgendwas oder -wen zu bashen.
Das Ergebnis vom Test gibt dir erste Hinweise und stellt keine Diagnose dar. Jede*r kann selbst entscheiden, wie ernst sie*er diese Hinweise nimmt

Stell dir vor, am Freitag gibt es ein wirklich wichtiges Release für dein Lieblingsspiel. Klar, das Wochenende wird auf jeden gespielt. Am Samstag kommt aber überraschend eine Freundin oder ein Freund vorbei, der oder die gerade in einer Krise ist und deine Unterstützung braucht.

Priorität

Lebensinteressen könnte man auch als so etwas wie Hobbies und Interessen übersetzen: Sport machen, mit Freunden und Freundinnen treffen, am Wochenende etwas in der Natur oder in der Stadt unternehmen oder auch z.B. Bücher lesen. Mit täglichen Aktivitäten ist dann eher das gemeint, was man halt so am Tag machen müsste: Einkaufen und kochen, Wohnung und Zimmer sauber halten, in die Schule, zur Arbeit oder zur Uni gehen.

Folgen

Ist es dir schon öfter passiert, dass du deine Lebensinteressen bzw. täglichen Aktivitäten so sehr vernachlässigt hast, dass das wirklich negative Folgen hatte?
Mögliche Beispiele:
• du hast deine Freunde und Freundinnen schon öfter versetzt und irgendwann haben sie dich dann einfach gar nicht gefragt, als sie sich verabredet haben
• du hast schon mal eine Klausur oder einen Test in der Schule in den Sand gesetzt, weil du die Tage und Nächte vorher nur gespielt hast
• Ärger oder auch Streit in der Beziehung wegen dem Thema.

Probleme

Wer schon mal negative Konsequenzen aufgrund des eigenen Gamingverhaltens erlebt hat, muss deswegen noch nicht unbedingt bedeutsame Probleme haben.
Beispiele für bedeutsame Probleme:
• du hast gar keine Freunde oder Freundinnen außerhalb deiner Gaming-Bubble mehr und fühlst dich oft einsam.
• du hast auf der Arbeit eine Abmahnung gekriegt weil du zu oft fehlst oder zu spät kommst.
• du musst wegen mehrerer verhauenen Klausuren/Tests vielleicht das Schul- oder Ausbildungsjahr wiederholen/neu anfangen.

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